Kommentar

Schnelles Umdenken

Archivartikel

Auf Plakaten freuen sich derzeit zwei Parteien darüber, dass die Kindergartengebühren in Mannheim gesenkt werden. Noch mehr würden sich die meisten Eltern wohl freuen, wenn Plakate die Lösung des Platzmangels verkündeten. „Ab sofort bedarfsgerechte Betreuung für alle Kinder!“ – das wäre wirklich ein gutes Plakat. So schnell wird es leider niemand drucken müssen.

Denn es ist absehbar, dass sich die Situation nicht rasch ändern wird. Der Zuzug in die Städte fordert nicht nur Mannheim heraus, viele Kommunen kämpfen darum, genügend Plätze zur Verfügung zu stellen. Dass Mannheim hier keine schlechte Figur abgibt, hilft denjenigen Eltern, die nicht den passenden Platz finden, leider auch nicht.

Was ist jetzt zu tun? Dreierlei: Einmal müssen hier in Mannheim alle – Stadt und freie Träger – offen zusammenarbeiten und versuchen, viele verschiedene Lösungen zu finden. Kompromisse werden nötig sein, auch auf Elternseite. Zweitens braucht es ein Umdenken: Eine Planung wie im Glücksteinquartier ohne frühzeitiges Mitdenken der Kinderbetreuung darf es nicht mehr geben.

Und drittens müssen alle darauf drängen, dass Land und Bund aus der Einführung des Krippen-Rechtsanspruchs lernen: Wenn der Bund tatsächlich den (sinnvollen) Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Grundschüler einführen will, dann muss jetzt vieles geklärt werden: Wer bezahlt das, wer hat die Verantwortung, welches Angebot erfüllt den Rechtsanspruch, wer bildet die benötigten Erzieherinnen aus? Wer wirklich etwas für Familien tun will, muss diese Fragen schnell beantworten und den Ausbau starten.

 
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