Kommentar

Schöner Wohnen

In den ehemaligen Kasernen toben sich die Stadtplaner von Freiburg über Tübingen bis Heidelberg und Mannheim aus. Viel Lob lässt sich mit ökologischen Konzepten wie autofreien Quartieren und neuen Wohnformen einheimsen. Viele dieser Wohnungen sind dann aber auch so teuer, dass sie sich nur Besserverdiener leisten können. Die Folgen zeigen sich im Freiburger Modellviertel Vauban, wo der Ausländeranteil bei ziemlich unterdurchschnittlichen 15 Prozent liegt. Inzwischen koppeln die Planer vielerorts die Grundstücksvergabe an den Bau von Sozialwohnungen. Das führt zu einer besseren Durchmischung solcher Quartiere. Die Härten entstehen dann allerdings, wenn die Sozialbindung ausläuft und die einkommensschwachen Mieter Ersatz brauchen. Auch das lässt sich in Freiburg beobachten.

Die ökologischen Auflagen und sozialen Vorgaben funktionieren in den Städten, in denen die Wohnungsnot groß ist. Dort gibt es Mieter und Käufer, die hohe Preise sogar für hoch verdichtete Quartiere bezahlen. Solche Viertel können den Markt indirekt entlasten, da ihre Bewohner preiswertere Wohnungen freimachen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass nicht jeder so wohnen mag.

Neben ökologisch hochwertigen Wohnungen dürfen Städte und Gemeinden das preiswerte Angebot nicht aus dem Auge verlieren. Dazu gehört zuerst die Bereitstellung von ausreichend Bauplätzen. Denn der Flächenmangel ist einer der Kostentreiber beim Bauen. Da ist inzwischen politische Überzeugungsarbeit notwendig. Denn die Umwandlung von grünen Wiesen in graue Betonstraßen lehnen vor allem die Bürger ab, die selbst schon schön wohnen. Mancher Gemeinderat scheut diesen Konflikt, wird damit aber seiner Verantwortung nicht gerecht.

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