Kommentar

Schwaches Bild

Finn Mayer-Kuckuck zu Forderungen der Autobranche nach Hilfe

Dass die Autoindustrie anlässlich des Autogipfels am Mittwoch Hilfen in Milliardenhöhe von der Bundesregierung fordert, wirft ein schwaches Bild auf die Branche. Die Großkonzerne und ihre Zulieferer geben quasi zu, den anstehenden Wandel in Richtung Mobilität der Zukunft nicht aus eigener Kraft zu schaffen. Sie warnen vor einem Verlust der Konkurrenzfähigkeit, wenn der Staat nicht zahlt.

Dabei haben die Automobilunternehmen jahrelang Milliardengewinne eingefahren. Doch statt ins Elektroauto gingen Investitionen noch viel zu lange in neue Verbrennungsmotoren und die Entwicklung von Stadtgeländewagen. Muss wirklich die Allgemeinheit dafür geradestehen, wenn die Industrie falsche Entscheidungen getroffen hat?

Der Autoverband VDA nennt die fortschrittlichere Konkurrenz aus China und den USA als Grund für staatliche Hilfen. Das ist traurig – und dennoch: Die Autoindustrie ist Deutschlands wichtigster Industriezweig. Wohlstand und Arbeitsplätze hängen zu einem guten Teil vom Auto ab. Die Bundesregierung schuldet den Beschäftigten in der weit verzweigten Branche ein gewisses Maß an Unterstützung. Ein Mix aus eigenen Anstrengungen und Flankierung durch den Staat, vor allem bei der Schaffung eines einheimischen Absatzmarktes für E-Produkte kann die deutschen Autobauer retten.