Kommentar

Schwerer Rucksack

Archivartikel

Thorsten Hof zur Situation beim SV Waldhof

Genau acht Wochen ist es nun her, als der dritte Aufstiegstraum des SV Waldhof in Folge einmal mehr in der unseligen Relegation zerplatzte. Doch damit nicht genug. Die beschämenden Umstände im Fan-Block der Blau-Schwarzen, die im Rückspiel zu einem Spielabbruch und vor dem DFB-Sportgericht zu einem Punktabzug samt satter Geldstrafe führten, packen der Mannschaft zum Saisonstart einen schweren Rucksack. Zwar wird die sportliche Leitung um Trainer Bernhard Trares nicht müde, zu betonen, dass die von der Mannschaft unverschuldete Situation keine Rolle spielt. Aber aus den Hinterköpfen der Waldhof-Profis wird sich dieser Umstand nicht herausreden lassen. Nur ein gelungener Saisonstart wird diese Thematik bis zu ihrer endgültigen Entscheidung vor dem DFB-Verbandsgericht in den Hintergrund rücken können.

Dass dieser Saisonstart glückt, ist dem ehrlichen und akribischen Fußball-Arbeiter Trares zu wünschen, doch der Coach hatte in der Vorbereitung nicht zuletzt mit Verletzungspech zu kämpfen. Leistungsträger Marco Meyerhöfer fiel beispielsweise komplett aus, Neuzugang Jesse Weißenfels wird bis Samstag wohl nicht fit. So konnte oder musste Trares viel ausprobieren. Zu diesen Schwierigkeiten kommt noch die künftige Situation im Carl-Benz-Stadion. Wird die Stimmung nach der Verlegung des Fan-Bereichs in die Kurven der Ost-Tribüne noch die gleiche sein oder wenden sich nach den Vorkommnissen des Uerdingen-Spiels sogar auch viele treue Fans ab?

Vor dem Hintergrund dieser offenen Fragen darf wohl kein euphorisches Hineingleiten in die neue Saison erwartet werden. Geduld und zäher Wille werden gefragt sein. Doch was den Waldhof-Sympathisanten Mut machen sollte: Auch nach dem Abschied von Kenan Kocak, dem Rauswurf von Nachfolger Gerd Dais und den tragisch fehlgeschlagenen Anläufen in der Relegation wurden die Waldhöfer in der Vergangenheit oft abgeschrieben – und kamen dennoch immer wieder zurück.

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