Kommentar

Schwierig, aber machbar

Konstantin Groß zum Sportstättenkonzept für Seckenheim

Die Kommentare der Stadträte fielen ja enthusiastisch aus. Von einem „großen Schritt“ war da die Rede und von „Licht am Ende des Tunnels“. Doch je tiefer man in die Details des Sportstättenkonzeptes für Seckenheim eindringt, desto deutlicher wird: Die Herausforderungen an seinen drei Standorten sind groß.

Am einfachsten ist es noch mit der Otto-Bauder-Anlage. Die unter ihrer Decke schlummernde Hausmülldeponie ist kein Drama – da ist man von Altlasten auf früheren Militärflächen ganz Anderes gewohnt. Und das von Wohnvierteln umringte Gelände zum Wohnen zu nutzen, ist sinnvoll.

Schwieriger ist es mit der Be-zirkssportanlage. Wie Stem für die TSG, so löst auch sie für den SV das Problem der Zersplitterung nicht – weil er seinen historischen Ausgangspunkt in der Zähringer Straße nicht verlassen wird, vor allem jedoch, weil er auf der BSA eingekesselt ist. Eine Erweiterung in diesem Landschaftsschutzgebiet ist völlig ausgeschlossen.

Und dennoch wird die neue Nutzung den Verkehr zu ihr verstärken. Die Vorstellung, Kinder und Jugendliche würden zu Fuß oder mit dem Rad an den Ortsrand gelangen, ist blauäugig. Vor unseren Grundschulen darf man die Realität beobachten: Eltern, die ihren Nachwuchs buchstäblich vor die Tür kutschieren.

Angesichts dessen ist die Verkehrserschließung völlig ungeklärt. Ein neuer Übergang über die OEG-Linie ist reine Illusion, die mancher Kommunalpolitiker den Anwohnern im Hunsrück vormacht. Sie befürchten noch mehr Verkehr, der sich durch ihre winzigen Gassen zwängt.

Und schließlich Stem, zu dem ja schon fast alles gesagt ist. Doch egal, was hier entstehen würde – es wäre besser als der Ist-Zustand. Denn dieses Gelände ist bereits komplett versiegelt – im Gegensatz zum Gelände am Riedweg, das von vielen als Ideallösung für den Sport bezeichnet wird.

Doch gerade das neue Sportstättenkonzept zeigt: Kein Standort ist ideal, sobald man sich näher mit ihm beschäftigt. Aber das jetzige Konzept scheint zu-mindest umsetzbar. Daher lohnt es sich, es weiter zu verfolgen.