Kommentar

Schwierige Mission

Archivartikel

Jürgen Berger zur Situation bei Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt hat in den vergangenen beiden Jahren eindrucksvoll bewiesen, dass der Club unter der Führung von Sportvorstand Fredi Bobic mit unkonventionellen Entscheidungen einen Umbruch erfolgreich bewältigen kann. Was vor dieser Bundesliga-Saison auf den DFB-Pokalsieger zukommt, gleicht allerdings einer Herkulesaufgabe.

Ohne Hradecky, Wolf, Mascarell, Boateng und wahrscheinlich Rebic suchen die Hessen ein komplett neues Erfolgskonstrukt. Kovac-Nachfolger Adi Hütter muss auch mit Blick auf die Mehrbelastung durch die Europa-League-Teilnahme ganz schnell beweisen, dass er unter diesen schwierigen Bedingungen in der Lage ist, die Ruhe zu bewahren und eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzubringen. Die Frankfurter brauchen den Österreicher als Motivator, Integrator und Spielerweiterentwickler in einer Person. Bei den Young Boys Bern hat Hütter mit dem Gewinn der ersten Meisterschaft seit 32 Jahren bewiesen, dass er die Fähigkeiten dazu besitzt. Jetzt gilt es für ihn, sich in der Bundesliga auf einem höheren Niveau zu bewähren.

Das bedeutet Chance und Last zugleich. Von Vorteil könnte sein, dass Hütter ein unbequemer Typ ist, der wie Bobic auch durch Reibung das Optimum herausholen will. Und das könnte in der bevorstehenden Runde bereits bedeuten, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.

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