Kommentar

Schwierige Umgestaltung

Thorsten Langscheid über den Ausbau des Radverkehrs

Dass Autos in der Innenstadt viel zu oft im Stau stecken, ist keine neue Erkenntnis. Abhilfe kann hier nur die konsequente Umverteilung der Verkehrswege zugunsten von Fahrrad, Bus und Bahn bringen – denn es ist klar: Noch mehr Autos passen einfach nicht mehr in die City hinein. Deswegen ist der Ausbau der Radverbindungen eine richtige Antwort auf die Frage, wie der Verkehr in den Zentren organisiert werden soll.

Dass die Umstellung auf „Fahrrad first“ aber nicht ganz einfach ist, zeigt die kaum nachvollziehbare Vorfahrtsregelung an der Kreuzung von Berliner- und Tullastraße: Weil hier die Fußgängerzone zwischen Rosengarten und Dorint-Hotel erhalten bleiben soll, erlaubt die Straßenverkehrsordnung keine Vorfahrtsregelung für Radfahrer. Ein Schönheitsfehler auf Mannheims Radler-Hauptstrecke, der mit Warnschildern für den Autoverkehr nur unzureichend ausgebessert werden konnte.

Ein neuralgischer Punkt beim jetzt anstehenden Umbau der Tattersallstraße wird die Querung der Gleise am Tattersall werden – hier gerät das Fahrrad nicht mit dem Auto, sondern mit der Stadtbahn in Konflikt. Auf die Lösung dieses Verkehrsproblems darf man gespannt sein.