Kommentar

Schwierige Wahl

Archivartikel

Stefan Skolik zum möglichen Wechsel bei Mercedes

Keine Frage – Valtteri Bottas ist ein solider, starker Fahrer, seine bisherige WM-Bilanz spricht für ihn. Der Finne holt alles aus dem Silberpfeil heraus und akzeptiert darüber hinaus bereitwillig seine Rolle als Nummer zwei im Mercedes-Team hinter dem alles beherrschenden Weltmeister Lewis Hamilton – ähnlich, wie es einmal Rubens Barrichello bei Ferrari hinter Michael Schumacher getan hat. Ein solcher Teamplayer ist wichtig, er sorgt für Gleichgewicht und Harmonie in der Mannschaft.

Eines ist Bottas allerdings sicher nicht– nämlich ein Mann für die Zukunft. Der 29-Jährige, der seit 2017 als Nachfolger von Nico Rosberg für Mercedes fährt, hat sicher noch gute Jahre vor sich. Aber viel wichtiger wäre es, für das Team einen Fahrer zu finden, der vielleicht als Nachfolger für Lewis Hamilton aufgebaut werden kann. Egal ob jetzt Esteban Ocon – den Teamchef Toto Wolff einen „aufregenden jungen Fahrer“ nennt – oder ein anderes junges Top-Talent zur Auswahl steht: Bei Mercedes müssen die Verantwortlichen gut abwägen, ob sie diesmal nicht ein wenig ins Risiko gehen wollen.

Vor zwei Jahren hatten sie schon einmal die schwierige Wahl zwischen dem jungen Pascal Wehrlein und dem erfahreneren Bottas und entschieden sich damals für die sichere Variante – das war sichtbar erfolgreich. Was nicht zwangsläufig heißen sollte, dass diesmal das Gleiche gilt.