Kommentar

Schwieriger Balance-Akt

Archivartikel

Jürgen Berger zur Situation der TSG Hoffenheim

Die TSG Hoffenheim durchlebt gerade ein Wechselbad der Gefühle. Auf ein Erfolgserlebnis in der Europa League folgt ein Rückschlag in der Bundesliga – dazu kommen Verletzungs- und Corona-Sorgen. Trainer Sebastian Hoeneß tut gut daran, bei diesem schwierigen Balance-Akt nicht zu lamentieren und den Fokus auf eine sachliche Situationsanalyse zu legen.

Der 38-Jährige sieht keine „gravierenden“ Leistungsunterschiede bei den jüngsten Auftritten seiner Mannschaft. Doch die fehlenden Ergebnisse in der Liga fallen natürlich auch ihm auf – das ist ein schmerzhafter Fakt. Seit der Bayern-Gala läuft es auf nationaler Ebene nicht mehr richtig rund. Der TSG-Express agiert zu wechselhaft, die Effizienz beim Abschluss ist gesunken.

Die Hauptgründe dafür liegen auf der Hand. Torjäger Andrej Kramaric fehlt den Hoffenheimern nach seiner Corona-Infektion an allen Ecken und Enden. Seinen Ausfall können die Kraichgauer einfach nicht kompensieren. Hinzu kommen teilweise fehlende Energie durch die Doppelbelastung und anhaltende Personalengpässe. Vor allem in der Abwehr knirscht es gerade enorm. Mit Kapitän Benjamin Hübner, Ermin Bicakcic, Stefan Posch und Kasim Adams fehlen vier Innenverteidiger.

Das ist keine leichte Aufgabe für Hoeneß. Auch der Bundesliga-Neuling muss an diesen Herausforderungen wachsen, wenn er seine ehrgeizigen Ziele erreichen will.