Kommentar

Schwieriger Neustart

Jürgen Berger zur Situation der deutschen Biathleten

Erst hat Magdalena Neuner über Jahre alle in den Schatten gestellt, dann Laura Dahlmeier. Die Erwartungen an Deutschlands Biathletinnen sind nach den riesigen Erfolgen der beiden Ausnahmesportlerinnen gewaltig – und der Druck ist immens. Bisher sind Denise Herrmann, Franziska Preuß oder Janina Hettich allerdings nicht in der Lage, die Lücke, die Dahlmeier durch ihren frühen Rücktritt im Mai hinterlassen hat, zu schließen. Und vielleicht ist diese Herkulesaufgabe von der aktuellen Generation gar nicht zu meistern.

Noch bleibt genügend Zeit, um bis zur Weltmeisterschaft in Antholz Mitte Februar in Topform zu kommen. Doch die Uhr tickt. Auch bei den Männern ist die Stimmung angespannt. Beim Heim-Weltcup in Oberhof wird Erik Lesser wegen fehlender Leistungsstärke gar nicht an den Start gehen – und der ebenfalls 31-jährige Simon Schempp konnte bisher ebenfalls kaum überzeugen.

Es ist eine unangenehme Wahrheit, dass die Biathleten Nachwuchsprobleme haben. Noch gehören die deutschen Skijäger dank der Dauererfolge ihrer Aushängeschilder zu den TV-Lieblingen der Nation, obwohl kaum ein Zuschauer selbst jemals Biathlon betrieben hat. Doch ohne Glanztaten und neue Sympathieträger wird im Konkurrenzkampf der Sportarten die Aufmerksamkeit schnell geringer, sinken die Einnahmen – ein gefährlicher Kreislauf.

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