Kommentar

Selbst ist der Verbraucher

Wolfgang Mulke zu den Testergebnissen bei Kinderprodukten

Die lückenlose Kontrolle sämtlicher Produkte im Handel kann kein Verbraucher erwarten – es sind einfach zu viele. Das gilt auch für Waren, die aus anderen Ländern eingeführt werden. So verwundert es wenig, wenn auch zahlreiche mangelhafte Produkte ihren Weg in die Regale und den Online-Handel finden. Auf hübsche Bildchen sollten sich die Verbraucher nicht verlassen, genauso wenig darauf, dass sich alle Hersteller an die gesetzlichen Normen halten.

Besonders bei den Produkten, die in Kinderhand gelangen, kommt den erwachsenen Käufern eine Mitverantwortung zu. Die Prüfergebnisse der Stiftung Warentest belegen dies eindrücklich. Jeder vierte Artikel für Kinder ist mangelhaft. Da ist die Wachsamkeit der Eltern oder Großeltern beim Einkauf gefragt: Ist der Hersteller bekannt oder handelt es sich um billigste Ware aus der chinesischen Provinz? Riecht der verwendete Kunststoff auffällig? Stimmt die Verarbeitung oder zeigen sich Brüche an Schweißnähten oder Faserabrieb am Kunststoff? Schon aus einer so einfachen Prüfung lassen sich Rückschlüsse auf die Qualität der jeweiligen Ware ziehen. Und wer sich nicht völlig sicher ist, kann die zahlreichen Tests von Verbraucherschützern zurate ziehen.

Auf einem anderen Blatt steht der politische Handlungsbedarf. Für Spielzeug gelten strenge Normen, für andere Kinderprodukte nicht. Dabei ist auch dort beispielsweise ein enger Körperkontakt gegeben. Diesen Widerspruch sollte die Europäische Kommission alsbald ausräumen und die strengen Kriterien auf alle Produkte ausdehnen, mit denen es die Kleinen im Alltag zu tun bekommen.

 
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