Kommentar

Sicherheit geht vor

Archivartikel

Viele hatten das Szenario vor Augen, als immer wieder neue Hiobsbotschaften zum Zustand der Hochstraßen in Ludwigshafen eintrafen. Und nun ist es Wirklichkeit geworden: Die Stadt Ludwigshafen hat mit der Hochstraße Süd eine der wichtigsten Verkehrsrouten der ganzen Region gekappt.

Das bedeutet: Die Verkehrsteilnehmer werden vor Zorn in ihr Lenkrad beißen, wenn sie im Berufsverkehr in langen Staus stehen. Denn das ist die logische Konsequenz, wenn sich rund 60 000 Autos von heute auf morgen neue Wege suchen müssen.

Es bedeutet aber auch, dass die Stadt Ludwigshafen ihre Verantwortung ausgesprochen ernst nimmt. Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck ist es mit Sicherheit nicht leicht gefallen, eine der Hauptdurchgangsstraßen komplett für den Verkehr zu schließen. Sie weiß sehr genau, was sie damit der ganzen Region antut. Aber die Katastrophe von Genua ist noch allen bestens im Gedächtnis. Kein Mensch will, dass sich ein solcher Brückeneinsturz in der Region Rhein-Neckar ereignet. Wenn sich Risse in einer Straße mit ohnehin schon statisch fragiler Struktur vergrößern, dann ist das eine ernste Sache.

Jutta Steinruck hat angesichts des Brückenzustands recht, zu diesem letzten Mittel zu greifen. Das Geschrei wäre groß, wenn die Hochstraße wanken oder einstürzen würde. Nun sind die Techniker und Statiker an der Reihe. Sie müssen herausfinden: Was hat die Risse größer werden lassen? Wie ist es um die Standfestigkeit bestellt? Selbst wenn es am Ende heißt, dass die Hochstraße stabil steht: Steinruck blieb letztlich nichts anderes übrig. Sicherheit geht immer vor.

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