Kommentar

Sicherheit geht vor

Hans-Jürgen Emmerich zur Diskussion über den Neckaruferweg

Keine Frage, die Strecke entlang des Neckars in Edingen ist wirklich wunderschön. Wer wollte da nicht auf dem Weg von Heidelberg nach Mannheim entlang radeln? Doch Fußgänger genießen diese Idylle ebenso. Das aber führt zwangsläufig immer wieder zu Konflikten. Wie so oft sind es die Unvernünftigen, die ein gutes Miteinander beider Seiten verhindern.

Dabei könnte es so einfach sein. Der Weg ist an den meisten Stellen ohnehin für Radfahrer frei. Wenn aber an manchen Punkten nur wenig mehr als ein Meter Platz ist, können Radler nicht mehr sicher an Fußgängern vorbeirollen, ohne sie dabei zu gefährden. Ein 3,50 Meter breiter Geh- und Radweg wäre in der Tat eine komfortable Lösung, lässt sich aber angesichts von Kosten in Millionenhöhe nicht finanzieren, solange Pflichtaufgaben unerfüllt sind. Schon gar nicht in Krisenzeiten wie diesen.

Absteigen und schieben

Was also tun? Sicher können viele kleine Verbesserungen dazu beitragen, die Situation der Radfahrer zu verbessern. Das gilt nicht nur am Neckar, sondern an vielen Stellen in der Gemeinde. Aus einem schmalen Pfad lässt sich aber kein sicherer Geh- und Radweg machen. Deshalb kann an Engstellen die Lösung für Radfahrer nur lauten: absteigen und schieben oder einen Umweg über die Hauptstraße nehmen. Denn es kann nicht sein, dass das Vergnügen der Fahrradfreunde die Sicherheit der Fußgänger gefährdet. Vor allem ältere Menschen und kleine Kinder sind hier gerne unterwegs.

Die Erfahrung der Vergangenheit zeigt allerdings, dass sich viele Radler nicht von dem Verbotsschild bremsen lassen und trotzdem weiter in die Pedale treten. Hier ist die Gemeinde als Ordnungsbehörde gefragt. Wer gegen das Verbot verstößt, muss genauso zur Kasse gebeten werden wie jene, die falsch parken. Das Ziel, die Gemeinde fahrradfreundlich zu machen, ist nicht mit ein paar hundert Metern Radweg zu erreichen. Dazu bedarf es eines Gesamtkonzeptes.