Kommentar

Sicherheit hat Vorrang

Stefan Skolik zur Einführung des „Halo“-Systems

 

Jules Bianchi raste am 5. Oktober 2014 beim Großen Preis von Japan mit seinem Marussia in das Heck eines Bergungsfahrzeugs. Seinen schwersten Verletzungen erlag er nach neun Monaten im Koma. Er hätte das Drama von Suzuka vielleicht überleben können, wäre schon damals der Cockpitschutz „Halo“ an seinem Fahrzeug montiert gewesen. Bianchi war der erste tödlich verunglückte Formel-1-Fahrer seit Roland Ratzenberger und Ayrton Senna beim Großen Preis von San Marino 1994 – die Sicherheit in der Königsklasse war nach diesen beiden Tragödien massiv erhöht worden.

Dieses Streben nach noch mehr Schutz für die Fahrer und andere Beteiligte in der Formel 1 darf nie nachlassen. Und so kann es über „Halo“ eigentlich keine zwei Meinungen geben. „Es wäre dumm und ignorant, es nicht zu nutzen“, meinte Sebastian Vettel kurz und knapp – und spricht all jenen aus der Seele, die bei Formel-1-Rennen ein sportliches Spektakel erleben wollen und keine blutigen Unfälle.

Wenn die Ingenieure der Teams es jetzt noch hinbekommen, dass sich „Halo“ optisch gut in die Fahrzeuglinie einfügt, könnte der große Wurf gelungen sein. Ab heute wissen wir mehr.

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