Kommentar

Sinnlose Zerstörung im Mannheimer Luisenpark macht fassungslos

Archivartikel

Peter W. Ragge zum Vandalismus im Luisenpark

Mannheim.Man steht einfach nur fassungslos da. Eine Spur der Verwüstung haben unbekannte Täter bei einer nächtlichen Randaleaktion im Luisenpark hinterlassen. Auch wenn die Polizei dazu noch nichts weiß, muss man von Tätern, sprich einer Mehrzahl, ausgehen – denn die Schäden sind so verheerend und erschreckend, dass sie schwer das Werk einer einzelnen Person gewesen sein können.

Zum Glück blieben Tiere und Pflanzen verschont. Andererseits fällt auf, dass sich hier offenbar blinde Zerstörungswut, ja Hass in einer in Mannheim selten erlebten Dimension nur an zwei Gastronomiebetrieben sowie Einrichtungen der Parkverwaltung entladen hat. Das wirkt schon irgendwie gezielt.

Schmierereien oder andere Spuren, die auf ein bestimmtes Motiv hindeuten, sind indes nicht zu sehen. Man will sich auch gar nicht vorstellen, dass hier jemand seinen Ärger über die durch Corona erzwungene Park-Schließung oder irgendwelche Bauarbeiten zur Vorbereitung der Bundesgartenschau auf völlig irre Art und Weise ausgelassen hat. Andererseits gab es bereits im Juli einen Einbruch auf Spinelli mit ähnlich sinnlosen Zerstörungsaktionen von Scheiben, Leitungen und Toiletten wie jetzt.

Zu fragen ist freilich, weshalb die Täter wohl doch relativ lange völlig unbehelligt ihr sinnloses Zerstörungswerk verrichten konnten, ehe sie – nur durch Zufall – eine Brandmeldeanlage stoppte. Nun ist der Luisenpark kein Museum, und man kann ihn nicht zum Hochsicherheitstrakt machen. Bislang blieb der Park, zum Glück, von solchen Taten verschont – und das seit Jahrzehnten. Dass aber in Zeiten, wo zahlreiche Privatleute ihr Eigentum mit Kameras und durch Bewegungsmelder ausgelöste helle Scheinwerfer sichern, der Stadtpark all das nirgendwo, nicht einmal an seinem Verwaltungsgebäude hat, lässt einen doch ziemlich ratlos zurück.

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