Kommentar

Sinnloser Vorstoß

Archivartikel

Bundesfinanzminister Olaf Scholz scheint ein Einsehen zu haben. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hoffentlich bald auch. Dass sich Sparer über die Politik der Europäischen Zentralbank ärgern, ist verständlich – doch ein Verbot von Negativzinsen ergibt keinen Sinn.

Denn Verbraucher haben in Deutschland die Wahl. Es gibt schließlich reichlich Kreditinstitute. Der Wettbewerb ist hart, das Ringen um Kunden heftig. Wer mit den Sparzinsen seines Instituts nicht zufrieden ist, kann die Bank wechseln und dahin gehen, wo er noch etwas mehr bekommt und die Gebühren niedriger sind.

Ein Wechsel ist heute problemlos möglich, der Aufwand überschaubar. Auch Aktien, Aktienfonds oder börsengehandelte Fonds auf Aktienindizes mit deutlich geringeren Gebühren sind eine Alternative. Alle Erfahrungen zeigen, dass eine Anlage an der Börse trotz aller Schwankungen mehr bringt, als wenn das Geld bei Nullzinsen auf dem Sparbuch liegt – und real weniger wird, wenn man die Inflation berücksichtigt.

Statt über ein Verbot von Negativzinsen nachzudenken, sollten Scholz und Söder den Wechsel der Bank und Investments in Aktien oder Fonds als Optionen ansprechen. Und das Aktiensparen durch steuerliche Erleichterungen fördern, auch mit Blick auf die Altersvorsorge. Davon ist allerdings nichts zu hören.

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