Kommentar

So muss Museum sein

Archivartikel

Peter W. Ragge begrüßt das Aktionsjahr zum Thema „Eiszeit“

Museen gelten manchmal als verstaubt. Schließlich befassen sie sich meist mit der Vergangenheit, und das nicht immer auf modern-ansprechende Weise. Die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen haben dieses Image schon sehr viele Jahre abgestreift. Neben attraktiven kulturhistorischen Sonderschauen boten sie zuletzt zahlreiche innovative Mitmachausstellungen für Familien und Kinder.

Doch jetzt gehen die Reiss-Engelhorn-Museen noch einen Schritt weiter. Sie zeigen, dass und wie man aus der Vergangenheit lernen kann.

Jeder diskutiert über den Klimawandel. Schüler gehen aus Angst um die Zukunft unserer Erde auf die Straße. Aber schon lange, bevor sich Greta Thunberg mit ihrem Pappschild auf die Straße setzte, wurde in Mannheim daran geforscht, die Eiszeit und das nachfolgende Artensterben aufzuklären und Erkenntnisse daraus für die Zukunft zu gewinnen. So gibt es hier eines der weltweit renommiertesten Klimaarchive in Form von mehrere tausend Jahre alten Hölzern, deren Jahresringe Rückschlüsse auf das Klima ihres Wuchszeitraumes ermöglichen, und sehr bedeutende Knochenfunde aus der Eiszeit.

Dies alles geschieht nicht im stillen Kämmerlein. Gerade jetzt, passend zur aktuellen Debatte, werden die Ergebnisse präsentiert – auf populäre, lebendige Weise für alle Generationen. Das geschieht mit vielen Partnern dort, wo die Menschen sind – man wartet also nicht, bis die Besucher kommen. So muss Museum heute sein!

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