Kommentar

Spärliche Informationen

Archivartikel

Bertram Bähr zu den Details der Spielplatz-Regelung

Als Ende April die Nachricht kam, die Spielplätze würden ab 6. Mai geöffnet, schossen unter den Eltern Spekulationen ins Kraut: Dürfen nur Kinder ab sechs Jahren auf die Spielplätze? Gibt es eine Maskenpflicht? Gilt das Verbot eines Treffens von mehr als zwei Personen nur außerhalb der Spielplätze? Wenige Stunden vor dem Ende der siebenwöchigen Sperrung sind die Antworten klar: Der Aufenthalt ist allen erlaubt, vom Kleinkind bis zum 14-Jährigen. Es gibt eine zahlenmäßige Begrenzung – aber keine Maskenpflicht. Und das Kontaktverbot, also die Zwei-Personen-Regel, muss vorerst auch auf Spielplätzen beachtet werden.

Dass Spekulationen aufkommen konnten, liegt nicht zuletzt an der Vorgehensweise des Landes. Es kündigt neue Bestimmungen an, ohne aber auf wichtige Einzelheiten einzugehen. So ist zwar seit Tagen die 19-seitige neugefasste Corona-Verordnung online. Und in manchen Punkten ist das Papier regelrecht detailversessen. Etwa wenn es heißt, in Paragraf 9 „wird das Wort ,oder’ durch einen Punkt ersetzt“. Wirklich Wichtiges dagegen bleibt völlig offen. Zu den Auflagen, die auf Spielplätzen gelten sollen: kein Wort. Stattdessen teilt das Land noch wenige Stunden vor der Öffnung auf seiner Internetseite lediglich mit, die Richtlinien würden „hier zeitnah veröffentlicht“. Das macht es der Stadt fast unmöglich, Betroffene vorab angemessen zu informieren.

Zum Thema