Kommentar

Spektakel inbegriffen

Archivartikel

Alexander Müller zum Ausnahmestatus von Lionel Messi

Der frühere englische Nationaltrainer Fabio Capello besitzt eine dezidierte Meinung zur kontrovers diskutierten Frage, wer denn nun der beste Fußballer aller Zeiten ist. „Ich hatte das Glück, gegen Pelé und Cruyff zu spielen. Ich habe auch Maradona spielen sehen. Sie alle haben diesen Sport wirklich beeinflusst. Aber bis heute gab es keinen wie Messi. Er macht Dinge, die sich andere nicht einmal vorstellen können“, schwärmte der Italiener vor ein paar Jahren. Am Mittwochabend wird sich Capello bestätigt gefühlt haben. Beim 3:0 im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales gegen den FC Liverpool demonstrierte der argentinische Ausnahmekönner in Diensten des FC Barcelona wieder einmal, warum er in die handverlesene Riege der Besten gehört, die dieser Sport je hervorgebracht hat.

Sein Freistoßtor zum 3:0-Endstand war ein vollendetes Fußball-Kunstwerk, nach dem die Liverpooler vor dem kleinen Fußball-Genie aus Rosario verbal kapitulierten: Gegen Lionel Messi in dieser Form hat kein Gegner eine Chance.

Es mag Fans geben, die im ewigen Zweikampf um den aktuell besten Fußballer der Welt der Athletik der portugiesischen Tormaschine Cristiano Ronaldo den Vorzug geben. Aber Messi ist der komplettere Fußballer, der in den vergangenen 15 Jahren bewiesen hat, dass außergewöhnliche Spielintelligenz gepaart mit einmaligen technischen Fertigkeiten auch im von Tempo und körperlicher Robustheit geprägten modernen Spiel den entscheidenden Unterschied machen können. In Lionel Messis Spiel ist das Spektakel und die Ästhetik inbegriffen.

An diesem Befund ändert auch die Tatsache nichts, dass der mittlerweile 31-Jährige seine Karriere wahrscheinlich ohne die Krönung eines WM-Titels beenden wird. Das verhinderte 2014 im Finale von Rio de Janeiro ein Mann namens Mario Götze.