Kommentar

Spiel mit dem Feuer

Archivartikel

Christian Rotter zur WM-Nominierung von Toni Söderholm

Der Beste ist nicht gut genug. Dennis Endras hat die Mannheimer Adler mit überragenden Leistungen in den Play-offs zur Deutschen Meisterschaft geführt. Neben den starken persönlichen Statistiken sprach auch die große Erfahrung für den 33-Jährigen – und dennoch ließ Toni Söderholm den Allgäuer bei seiner Kaderauswahl links liegen.

Die bisherigen Entscheidungen des Eishockey-Bundestrainers sind vor allem eines: mutig. Er setzt konsequent auf die Jugend, hat sogar den erst 18-jährigen Adler-Verteidiger Moritz Seider in das aktuelle Aufgebot für die Titelkämpfe in der Slowakei berufen. Auf der Torhüterposition gibt es aber keinen Raum für Experimente. Niklas Treutle, Mathias Niederberger und Dustin Strahlmeier, die Söderholm dem enttäuschten Endras vorgezogen hat, sind bestimmt keine schlechten Vertreter ihres Fachs. Bis auf wenige Ausnahmen haben sie bislang aber nicht bewiesen, dass sie auf internationalem Parkett mit den Besten der Besten mithalten können.

Der Plan des Bundestrainers ist klar: Er will zum WM-Start einen der beiden deutschen Torhüter nachnominieren, die mit ihren NHL-Teams momentan in den Play-offs um den Stanley Cup kämpfen. Derzeit sieht alles danach aus, als würde Thomas Greiss am schnellsten zur Verfügung stehen. Das Problem: Der 33-Jährige ist bei den New York Islanders nur die Nummer zwei und hat seit einigen Wochen keine Spielpraxis gesammelt – ganz im Gegensatz zu Endras.

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