Kommentar

Spiel mit dem Feuer

Archivartikel

Jürgen Berger zur Situation in der Major League Baseball

Die Corona-Planung der Major League Baseball (MLB) deckt die dunkle Seite des Profisports in den USA gnadenlos auf. Für die Ligaspitze ist die Mehrheit der Spieler austauschbar. Infiziert sich ein Athlet, rückt eben der nächste einfach nach. Hauptsache das Millionengeschäft läuft endlich wieder an. Das ist ein sehr gefährliches und fragwürdiges Spiel mit dem Feuer.

Wie heikel die Situation ist, verdeutlichen die Reaktionen einiger Betroffener, die offen über ihre Angst sprechen. Doch nur, wenn sich auch ein Großteil der Topstars und der Fans dem noch zaghaften Protest anschließt, kann der Druck groß genug werden, um die MLB-Verantwortlichen zum Umdenken zu bewegen. Das wäre ein starkes Zeichen der Solidarität.

Das Corona-Konzept der Baseball-Liga, das die Teams für Spiele von Stadt zu Stadt reisen lässt, ist in der aktuellen Situation in den USA viel zu riskant und unverantwortlich.

Die Profiligen im Basketball und Eishockey haben sich mit der Gefahrenlage wesentlich professioneller auseinandergesetzt. Sie setzen auf Partien an einem oder zwei Standorten – und auf eine strenge Isolation ihrer Spieler. Das garantiert zwar natürlich auch keinen reibungslaufen Saisonverlauf ohne Corona-Fälle, zeigt aber das Verantwortungsbewusstsein der Entscheider.