Kommentar

Spielerische Chance für alle

Archivartikel

Rund 2,5 Millionen Kinder wachsen deutschlandweit in Armut auf. Studien zeigen, dass sich die soziale Herkunft noch immer auf ihren Bildungserfolg auswirkt. Ärmere Kinder haben schlechtere Karten als solche mit wohlhabenden Eltern. Gerade Grundschüler verpassen oft den Anschluss in der Schule, weil sie niemanden haben, der in den Sommerferien mit ihnen das Einmaleins übt oder Gelerntes wiederholt.

Auch in Mannheim gibt es Schüler, bei denen Klassenlehrer nach sechs Wochen wieder fast bei Null anfangen müssen – das ist frustrierend für beide Seiten. Hier ist es entscheidend, die Grundschüler an die Hand zu nehmen und ihnen Spaß und Erfolg am Lernen beizubringen – ohne Leistungsdruck. Der Andrang auf die Lernferien in den beiden Mannheimer Schulen zeigt, wie nötig die Lernferien auch in der Quadratestadt sind. Neben der Stadt und den Schulleitern unterstützt auch die ehemalige Rektorin der Marie-Curie-Realschule, Daniela Götz, das Projekt – als Trainerin für die ehrenamtlichen Lehrer. Und fünf Schüler aus Feudenheim haben sich prompt als ehrenamtliche Lehrer gemeldet. Viele Eltern an der Vogelstangschule erkundigen sich schon jetzt, ob das Programm auch im nächsten Schuljahr wieder angeboten wird.

Das sollte es aber unbedingt – und zwar an allen Mannheimer Grundschulen. Schließlich gibt es kaum eine Schule ohne lernschwache Schüler und Kinder, die zuhause nicht gefördert werden. Das Projekt ist für alle eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag, die spielerisch mehr Chancengleichheit schafft.

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