Kommentar

Staat muss Schutz bieten

Archivartikel

Walter Serif über Gewalt und Mobbing gegen Lehrer

Die Lehrer schlagen Alarm. Mit ihrer Studie trifft der Verband Bildung und Erziehung (VBE) den Nerv der Pädagogen, die am Tatort Schule zu Opfern von Gewalt und Mobbing werden. Der Traumberuf wird dann zum Alptraum. Dass es keine offiziellen Zahlen über das Ausmaß der Übergriffe auf Lehrer gibt, ist unverständlich. Dies muss sich ändern. Der VBE wirft ja der Politik vor, sie würde das Thema verharmlosen und nur von wenigen Einzelfällen sprechen. Bleibt die Hoffnung, dass die Studie des Verbands zum Umdenken führt.

Klar ist jedenfalls, der Staat muss seine Lehrer besser schützen. Wenn ein Schüler einem Lehrer in den Magen schlägt, muss er die Schule verlassen. Polizei und Justiz sind dann gefragt. Aber offensichtlich ist es gar nicht so leicht, Schulverweise auszusprechen. Dies liegt auch daran, dass manche Eltern sich querstellen, weil sie Lehrer als Gegner ansehen und ihren Kindern blindlings Glauben schenken. Immer mehr Eltern drohen gleich mit dem Rechtsanwalt, wenn der Nachwuchs eine schlechte Note bekommt. Damit untergraben sie die Autorität der Pädagogen. Und wenn Eltern dann auch noch selbst Lehrer attackieren, wird die Schule zu einem Ort, an dem ein Klima der Angst herrscht.

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