Kommentar

Stadt sollte Bürger transparent informieren

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Mannheim.Die steigenden Infektionszahlen verunsichern. Nicht umsonst haben Bund und Länder hinsichtlich der Sieben-Tage-Inzidenz Schwellenwerte definiert, um frühzeitig reagieren zu können. Mannheim hat nun den Frühwarnwert von 35 überschritten – das ist alarmierend, aber noch kein Grund, in Panik zu verfallen.

Doch wenn nicht umfassend informiert wird, wächst die Ratlosigkeit, wie sich der oder die Einzelne verhalten soll. Am Montagabend hat die Stadt mitgeteilt, man werde die zulässige Teilnehmerzahl für private Feiern beschränken – zur Höhe dieser Zahl ist jedoch selbst auf Nachfrage nichts zu erfahren. Stattdessen wird auf die Gemeinderatssitzung am Dienstag verwiesen. Die Mitteilung der Stadt lautete, man folge der Empfehlung der Ministerpräsidentenkonferenz der vergangenen Woche. Bei dieser hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, bei Überschreitung des Warnwerts maximal 50 Teilnehmer bei Feiern in öffentlichen und angemieteten Räumen zuzulassen, in privaten Räumen werden maximal 25 Teilnehmer empfohlen. Es ist davon auszugehen, dass der Oberbürgermeister in der Gemeinderatssitzung genau diese Zahlen verkünden wird. Wozu also die Geheimniskrämerei? Dies erhöht nur die Verunsicherung, wo doch eigentlich Sachlichkeit gefragt ist. Transparenz ist der einzige Weg, Gerüchten, Spekulationen und einer wachsenden Zustimmung zu Verschwörungstheorien vorzubeugen.

Diese Pandemie ist für alle Neuland, und wir werden vielleicht noch Jahre damit zu kämpfen haben. Deutschland steht dabei im internationalen Vergleich recht gut da, das haben wir nicht zuletzt dem besonnenen und vorausschauenden Handeln unserer Regierung und der Verwaltungen zu verdanken.

Auch die Stadt Mannheim hat in den vergangenen Wochen und Monaten wiederholt Maßnahmen ergriffen und erfolgreich einem Flächenbrand vorgebeugt. Hier läuft schon vieles richtig, von Plakatkampagnen bis zur regelmäßigen Veröffentlichung der Infektionszahlen. Doch nun muss alles daran gesetzt werden, den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern nicht zu verlieren. Denn sicher ist: Die Bewältigung der Krise wird nur gelingen, wenn alle mitmachen. Gerade jetzt, wenn die Tage kürzer werden und es zunehmend anstrengender wird, die AHA-Regel (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) konsequent zu befolgen, den Hunger nach Festen und Veranstaltungen weiter auszuhalten, braucht es Kommunikation und Motivation.

 
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