Kommentar

Starke Mischung

Tatjana Junker zu Unterschieden bei der Kurzarbeit

Die Corona-Krise hat die verschiedenen Branchen – und damit auch ihre Beschäftigten – mit unterschiedlicher Heftigkeit erwischt. Wirtschaftszweige wie die Gastronomie oder die schon vor der Pandemie gebeutelte Autoindustrie haben teils massiv zu kämpfen und zeitweise zigtausende Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt. Chemie- und Pharmaunternehmen kommen ebenso wie beispielsweise Hersteller von Hygieneprodukten glimpflicher davon – oder profitieren teilweise sogar von einer stärkeren Nachfrage nach bestimmten Produkten.

In der Region Rhein-Neckar sind nahezu aus allen Branchen bedeutende Unternehmen mit starken Belegschaften angesiedelt: angefangen beim größten Arbeitgeber BASF über Daimler, HeidelbergCement und Roche bis hin zu Essity oder Südzucker – um nur eine Auswahl der großen Player zu nennen. Dazu kommt ein weites Spektrum an gut aufgestellten Mittelständlern.

Dieser breite Branchenmix hat der Region Rhein-Neckar und ihrem Arbeitsmarkt schon durch die Weltwirtschaftskrise in den Jahren 2008/2009 geholfen – und wird ihr auch bei der Bewältigung der Corona-Krise zugute kommen. Das zeigt sich auch beim Blick auf die Kurzarbeits-Anzeigen in der Region: Zwar sind die einzelnen Städte und Kreise unterschiedlich stark betroffen – unter dem Strich liegt die Quote aber deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Dazu kommt, dass nicht zwangsläufig alle Beschäftigten, für die im März und April Kurzarbeit angezeigt wurde, tatsächlich auch in Kurzarbeit gegangen sind. Und zuguterletzt gibt es in der Region gerade in der Metall- und Elektroindustrie viele Firmen, die das Kurzarbeitergeld für ihre Beschäftigten aufstocken – was negative Folgen für deren Konsumlaune zumindest abfedern dürfte.

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