Kommentar

Stau in Sicht

Archivartikel

Stefan Vetter sieht die einzige Lösung im Transitstreit darin, den Verkehr auf den Straßen in Tirol zu verringern

An diesem Wochenende werden die Autobahnen im Süden garantiert noch voller. Denn in Bayern und Baden-Württemberg beginnen die Schulferien. Und als wäre das nicht schon Stress genug, hat Tirol auch noch ein Verbot für Stauumfahrungen durch Ortschaften verhängt.

Hinzu kommen Einreisebeschränkungen für Lkw, also sogenannte Blockabfertigungen, die für lange Staus in Bayern sorgen. An diesen Ärgernissen wird sich trotz des am Donnerstag in Berlin vereinbarten Aktionsplans absehbar nichts ändern. Wie auch?

Durch den Transitverkehr geht auf Tirols Straßen auch außerhalb von Urlaubszeiten häufig nichts mehr. Jetzt wehrt sich die Region. Bayern würde wohl genauso verfahren. Was wirklich hilft, ist weniger Verkehr auf den Straßen.

Mit dem Brenner-Basis-Tunnel gibt es dafür längst schon ein konkretes Projekt. Über seine Machbarkeit wurde bereits vor drei Jahrzehnten nachgedacht. Durch Eisenbahn-Röhren unter dem Brennerpass könnte ein großer Teil des täglichen Güterverkehrs auf die Schiene verlagert werden. Doch während Österreich und Italien das Projekt vorantreiben, tritt Deutschland hier seit Jahren auf die Bremse. So ist bis heute unklar, welche Trasse in Bayern zum Tunnel führen soll. Das muss die südlichen Nachbarn verärgern.

Bevor sich Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer über sie erregt, sollte er endlich seine eigenen Hausaufgaben machen.