Kommentar

Stellschraube Spielplan

Archivartikel

Die Entwicklung ist nicht neu: Im Gegensatz zu einem entbehrungsreichen Engagement in der Bundesliga, lässt sich als Handball-Profi in Polen, Ungarn, Mazedonien oder zuletzt auch in Frankreich bei deutlich geringerem Aufwand wesentlich mehr Geld verdienen. Angesichts der Tatsache, dass man in dieser Sportart nach dem Karriereende keinesfalls ausgesorgt hat, wird jeder die zahlreichen Spitzenspieler verstehen können, die für eine bestimmte Lebensphase diesen Weg wählen. Und während sich Clubs wie Veszprem, Kielce, Skopje oder Barcelona angesichts der kaum vorhandenen Konkurrenz in ihren nationalen Ligen ganz auf den europäischen Wettbewerb konzentrieren können, müssen die deutschen Top-Vereine an jedem Bundesliga-Spieltag voll konzentriert zur Sache gehen, um den einen, vielleicht schon entscheidenden Ausrutscher zu vermeiden.

Der heimischen Liga und dem sportlichen Wettbewerb tut diese Leistungsdichte gut. Um europäisch im Konzert der Großen mitspielen zu können, sind das allerdings die schlechtesten Voraussetzungen. Das allein mit den verschiedenen Sponsoren-Strukturen zu erklären, ist aber zu kurz gesprungen. Auch am Spielplan gibt es noch einige Stellschrauben, an denen zu drehen wäre.

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