Kommentar

Stets bemüht

Archivartikel

Man kennt es aus Zeugnissen: Da stehen manchmal positive Worte, die aber negativ ausgelegt werden. So ungefähr war das auch am Mittwoch beim Krisen- und Informationstreffen in Speyer. Die Salierbrücke heißt nicht Hochstraße, aber auch hier ist einiges schief gelaufen, bevor man diese Rheinquerung zur Langzeitbaustelle machte. Vieles ist an die Wand der Stadthalle projiziert worden, was die Schäden an der Brücke gut dokumentiert. Mehrmals ist betont worden, was die Arbeiter dort schon geleistet haben. Aber: Je mehr Fakten da vorgetragen wurden, desto eher beschlich einen das Gefühl, dass sich hier jemand gerade ein „befriedigend“ geben möchte, wo eigentlich ein „mangelhaft“ stehen müsste. Dass er die Brücke nicht auf alle relevanten Schadstoffe hin hatte untersuchen lassen, bevor der Auftrag vergeben wurde, diese Fehleinschätzung geht mit Baudirektor Walter Katzik nach Hause. Dass die Firma BWS Rhein-Neckar eventuell nicht ausreichend Kräfte für derlei Herausforderungen hat, ist mehr als eine gefühlte Wahrheit. Die Tatsache, dass Referatsleiter Michael Lumpp nun Baustellenführungen angekündigt hat, um mehr Transparenz zu schaffen, deutet darauf hin, dass man auf dem richtigen Pfad ist. Im Zeugnis reicht das bisher aber nur für „stets bemüht“.

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