Kommentar

Stück mehr Gerechtigkeit

Wolfgang Mulke zum Mindestlohn für Auszubildende

Ein Mindestlohn für Auszubildende ist fair und macht Lehrberufe auch ein wenig attraktiver. Das sollte vor allem das Handwerk bedenken, wenn es die von der Bundesregierung geplante Untergrenze der Vergütung ablehnt. Landauf, landab klagen die Betriebe über einen Mangel an geeigneten Bewerbern. Das hat auch mit zu geringen finanziellen Anreizen einer Ausbildung zu tun.

Kleine Handwerksunternehmen konkurrieren in dieser Hinsicht weniger mit größeren Branchenfirmen als mit den Hochschulen. Ein Studium erscheint vielen Schulabgängern als reizvollerer Karriereeinstieg mit höherem Verdienst.

Ein Mindestlohn für Auszubildende ist auch zeitgemäß, weil junge Menschen sonst schon früh Erfahrung mit der wachsenden Einkommensungleichheit machen müssen. Diese Entwicklung am gesamten Arbeitsmarkt trägt viel zum wachsenden Unmut in der Gesellschaft in Fragen der sozialen Gerechtigkeit bei. Schritte entgegen diesem Trend sind daher willkommen. Unter dem Strich bedeutet die geplante Reform ein wenig mehr Fairness zu Beginn des Arbeitslebens.

 
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