Kommentar

Symbol der Intoleranz

Archivartikel

Werner Kolhoff zur Debatte über ein Kopftuchverbot

 

In der Debatte um das Kopftuchverbot für kleine Mädchen hilft vielleicht der Standpunkt liberaler Muslime weiter, denn sie sind frei jeden Verdachtes eines prinzipiellen Antiislamismus. Und sie unterstützen die Gesetzesinitiative der nordrhein-westfälischen FDP, die zuvor schon die österreichische Regierung ähnlich formuliert hatte, und die auch die Union befürwortet: kein Kopftuch an Kitas und Grundschulen. Außer vielleicht im Kinderkarneval. Die Umsetzung wäre allerdings Ländersache.

Ja, das ist ein Eingriff in die elterliche Erziehungsfreiheit. Aber auch ein typisches Beispiel dafür, dass das Recht des einen seine Grenze beim Recht des anderen findet. Ein Verbot ist im Interesse der freien Entwicklung der Mädchen und schützt sie vor ihren Eltern, die ihre Erziehungsrecht an dieser Stelle klar missbrauchen. Denn die meisten Mädchen werden sich kaum freiwillig für diese religiösen Symbole entschieden haben, so wenig, wie sie freiwillig auf Schwimmunterricht verzichten, bloß weil auch kleine Jungs im Wasser sind.

Nur ein klares Verbot bewahrt die Kitas und Schulen zudem vor endlosen Debatten und unnötigen Konflikten um die Religion, die in dieser Altersklasse wahrlich noch keine Rolle spielen sollten. Denn das Kopftuch für so kleine Mädchen, das derzeit offenbar etwas in Mode kommt, ist ganz klar eine Demonstration des politischen Islam und ein Ausdruck der Abgrenzung vom Rest der Gesellschaft. Also auch ein Integrationshindernis.