Kommentar

„Tatort“ Stadion

Archivartikel

Alexander Müller zum DFB-Urteil in der Causa Hopp

Es gibt Dinge, die gehen nicht. Wo von der Meinungsfreiheit gedeckte Kritik aufhört und Beleidigung, Bedrohung oder Verleumdung beginnen, darüber entscheiden in Deutschland allerdings ordentliche Gerichte – und nicht die Sportgerichtsbarkeit des DFB. Selbst wenn der „Tatort“ das Fußballstadion ist.

Emotional kann man Dietmar Hopp verstehen. Der Hoffenheimer Mäzen mit der großen sozialen Ader ist es einfach leid,permanent von Fans aus Dortmund oder Köln beleidigt zu werden. Es spricht jedoch einiges dafür, dass die Schmährufe schon verstummt wären, wenn der SAP-Mitbegründer die persönlichen Angriffe von Beginn weg einfach ignoriert hätte. Damit hier keine Missverständnisse aufkommen: Das Fadenkreuz-Plakat im BVB-Block ist eine unsägliche Grenzüberschreitung – aber eher keine ernstgemeinte Morddrohung, wie Hoffenheim behauptete.

Der DFB hat sich entschieden, für diese Beleidigungen nun die betroffenen Vereine zu bestrafen. Dortmund kam noch einmal mit einer Fanauschluss auf Bewährung davon, aber was droht beim nächsten ähnlich gelagerten Vorfall? Ein Punktabzug? Das wäre absurd. Zumal es den Fans weiterhin erlaubt sein muss, Protest gegen Fußball-„Projekte“ wie in Hoffenheim oder Leipzig zu artikulieren. Aber natürlich nur im Rahmen dessen, was durch die Meinungsfreiheit gedeckt ist.

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