Kommentar

Termin mit Zukunft

Peter W. Ragge befürwortet einen „Tag der offenen Tür“

Intern gibt es Zweifel. Ist das noch zeitgemäß? Nicht jeder im Rathaus hat auf die Forderung der SPD, wieder einen „Tag der offenen Tür“ zu veranstalten, positiv reagiert. Gegner der Idee verweisen gerade darauf, dass solch ein Angebot im Zeitalter der Digitalisierung und der sozialen Medien eher altbacken sei.

Doch das ist falsch. Gerade weil das Misstrauen gegen Institutionen wächst und immer mehr Politikverdrossenheit spürbar ist, sollte, ja müssen Verwaltung und Kommunalpolitiker jede Chance nutzen, sich zu öffnen, zum persönlichen Dialog und direkten Augenschein in die Büros und Sitzungssäle einzuladen. Mancher wird sich da wundern, wie bescheiden die Stadtspitze untergebracht ist.

Tausende strömten

Schließlich haben die vergangenen Jahre gezeigt, dass das Format „Tag der offenen Tür“ keinesfalls veraltet ist. Rund 40 000 Besucher haben 2017 den „Tag der offenen Tür“ in der neuen Hauptfeuerwache besucht, im vergangenen Jahr strömten 32 000 Menschen zum Eröffnungswochenende der Kunsthalle, über 13 000 Besucher allein an einem Tag ins neue Marchivum. Klar – da war der Reiz des Neuen, spielte die spektakuläre Architektur eine wichtige Rolle oder bei der Feuerwehr die Faszination, welche die roten Autos nun mal ausstrahlen.

Auch das Rathaus ist nicht langweilig. Beim Neujahrsempfang bietet die Stadt vielen Vereinen, Gruppen, Hochschulen, Firmen und Institutionen eine Bühne – die stets sehr gut angenommen wird. Beim „Tag der offenen Tür“ stünde die Verwaltung selbst im Mittelpunkt. Das kostet zwar Aufwand und Arbeitszeit – doch das wäre es wert.

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