Kommentar

Test für Eisenmann

Schüler und Eltern müssen weiter mit Unterrichtsausfällen rechnen. Das kann wenige Tage vor dem Schulbeginn schon mit Sicherheit gesagt werden. Doch die Ursachen hierfür sind unterschiedlich.

Zum einen ist es schon fragwürdig, wie wenig flexibel gerade viele junge Lehrkräfte sind. Wird ihnen vom Land keine Stelle an der Wunschschule präsentiert, lehnen sie einfach die Einstellungsangebote ab. Und hier geht es oft nicht um einen Umzug von Mannheim nach Konstanz, sondern darum, dass ein längerer Anfahrtsweg in Kauf genommen werden müsste. So ist Tübingen unter Jungpädagogen als Arbeitsort hochbegehrt, während das 13 Kilometer entfernte Reutlingen händeringend nach Lehrern sucht. Dieses Beispiel zeigt, dass es hier hin und wieder ein Anspruchsdenken gibt, das in der Wirtschaft undenkbar wäre.

Doch auch die Politik hat in der Vergangenheit Fehler gemacht. Es gab lange Zeit zu wenige Studienplätze, obwohl die aktuelle Pensionswelle absehbar war. Weiter wurden zu viele Germanisten und zu wenige Naturwissenschaftler ausgebildet. Das sind Versäumnisse, die jetzt repariert werden müssen.

Kultusministerin und CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann hat nur dann eine Chance, Ministerpräsidentin von Baden-Württemberg zu werden, wenn ihr hier ein Kurswechsel gelingt.

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