Kommentar

Teure Zwickmühle

Stefan Proetel zu den Seilbahnplänen für die Buga

Besucher der Expo 2000 in Hannover erinnern sich bestimmt gerne an die eigens dafür aufgebaute Seilbahn. Von oben hatten sie einen erhabenen Blick auf die Pavillons der teilnehmenden Länder. Ganz so spektakulär wie bei der Weltausstellung wäre der Ausblick im Jahr 2023 zwischen Bundesgartenschaugelände auf Spinelli und dem Luisenpark als Buga-Satelliten nicht. Trotzdem ist eine Seilbahn – auch in Ermangelung ernsthafter Alternativen – ein sinnvolles Transportmittel.

Mit der Leitentscheidung des Gemeinderats für den Grünzug und die Bundesgartenschau ist der Luisenpark als weiterer Schauplatz gesetzt. Das ist nach wie vor richtig, weil die Besucher davon profitieren werden, aber auch der Park selbst. Nur ist ohne Absicht auch eine Situation entstanden, die die Planer in die Zwickmühle bringt: Die Parks liegen für Fußgänger dreieinhalb Kilometer auseinender. Das ist für viele Besucher der Buga zu weit oder zu beschwerlich. Busse im Pendelverkehr verstopfen zusätzlich die Straßen und unterbrechen das Besuchserlebnis mit dem Blick im Wesentlichen auf Asphalt, Autos, Ampeln. Und für eine innovative Lösung mit autonom fahrenden, kleinen E-Bussen kommt das Jahr 2023 leider zu früh.

Bleibt die Seilbahn. Sie hat sich bei anderen Großveranstaltungen bewährt, verbraucht weniger Energie, stößt weniger CO2 aus als andere Verkehrsmittel, macht weniger Lärm und nimmt anderen Verkehrsteilnehmern keinen Platz weg. Der Nachteil: Ohne Stützen im Landschaftsschutzgebiet Feudenheimer Au geht es nicht. Und aus der Portokasse lässt sich auch eine „gemietete“ Seilbahn nicht bezahlen. Im Gegenteil. Dennoch: Eine bessere Alternative gibt es nicht.

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