Kommentar

Theater fehlen

Peter W. Ragge zur kulturellen Kooperation der Region

Sie ist mit über einer Viertelmillion Besuchern die größte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit. Zudem hat sie genau den Einzugsbereich, der auch für Tages- oder Wochenendtouren an Rhein und Neckar attraktiv ist: die CMT. Dass sich die Kulturinstitutionen der Region diesen Termin für einen gemeinsamen Auftritt ausgesucht haben, ist daher völlig richtig gewählt.

Aber jenseits der speziellen Messe ist die Zusammenarbeit aus zwei Gründen grundsätzlich bemerkenswert.

Einmal klappt – außer noch bei den Feuerwehren – nirgendwo sonst die Kooperation in der Region so gut wie bei Museen und Festivals. Hier setzt man sich nicht nur pflichtgemäß halt ab und zu mal an einen Tisch. Museumsdirektoren und Festivalmacher rücken vielmehr aus Überzeugung, mit großer Offenheit und Herzlichkeit wirklich eng zusammen, tauschen sich aus, stimmen sich ab, werben zusammen, bündeln ihre Kräfte.

Sie wirken nach außen und wenden sich nicht – wie viele andere Aktionen der Metropolregion – nur an Einheimische. Solch ein vergleichbarer, länderübergreifender großer Auftritt existiert in keiner anderen Gegend. Davon profitieren die Einrichtungen und ihre Mitarbeiter ebenso wie die Besucher. Letztlich wird aber nicht nur ihre kulturelle Sichtbarkeit erhöht, sondern das gesamte Profil der Metropolregion.

Aber bemerkenswert ist ebenso, wer fehlt: die Theater. Während Museen und Festivals erkannt haben, dass man Konkurrenzdenken über Bord werfen muss, wird da noch zu oft Nabelschau betrieben, gar Neid geschürt. Es wäre schön, ja klug, wenn hier bald ein Umdenken beginnt.

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