Kommentar

Tiefe Einschnitte

Alexander Jungert zur Situation bei Südzucker

Die schlechten Ergebnisse im Südzucker-Kerngeschäft Zucker hauen rein. Sie fressen zunehmend den Gewinn des Konzerns auf. Das vergangene Geschäftsjahr war turbulent, das laufende wird es auch sein. Südzucker erwartet erneut hohe Verluste im Kerngeschäft – und ein bescheidenes Konzernergebnis.

Mit der Strategie, den Weltmarkt zu erobern, ist das Management jedenfalls gescheitert. Nun konzentriert sich Südzucker (wieder) auf Europa. Zuvor werden 700 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Fünf Werke schließen, der heftige Protest von Mitarbeitern hat nichts genutzt. An den tiefen Einschnitten lässt das Südzucker-Management keine Zweifel. Wenn sie denn sein müssen, dann bitte zügig und transparent. Eine Hängepartie ist das Letzte, was Beschäftigte und Unternehmen jetzt brauchen.

Hätte der Mannheimer Konzern nur Zucker als Standbein, wäre die Lage weitaus düsterer. Vor allem die Spezialitäten-Sparte hat zuletzt die Schwäche des Kerngeschäfts aufgefangen. Es sieht ganz so aus, als sollte das auf absehbare Zeit so bleiben. Eine Dauerlösung darf das natürlich nicht sein.