Kommentar

Traumehe mit Risiko

Archivartikel

Marc Stevermüer zum VfB-Werben um Klinsmann

Es gibt nicht viele Namen, die beim VfB Stuttgart so etwas wie Begeisterung auslösen, wenn es um die Besetzung von Posten geht. Zu schlimm sind die Erinnerungen an die Vergangenheit, zu präsent die Nachwirkungen des Missmanagements des tief gefallenen Traditionsvereins, der die Folgen der nicht enden wollenden Fehler gerade wieder mit einem Zweitliga-Jahr bezahlt. Aber wenn es um Jürgen Klinsmann geht, schlagen alle schwäbischen Herzen höher.

Außer Frage steht, dass einer wie er beim VfB nicht nur ein hohes Ansehen, sondern auch große Akzeptanz genießt. Und wenn es um Visionen im Fußball geht, die den Stuttgartern seit Jahren im Gegensatz zu komplett überzogenen Erwartungen fehlen, muss man immer auch von Klinsmann reden. Es sei nur daran erinnert, wie der Wahl-Amerikaner einst die verkrusteten Strukturen beim DFB aufbrach.

Genau das könnte aber auch zum Problem des VfB werden, denn nach dem erneuten Abstieg ist der Verein gerade dabei, sich tatsächlich einmal professionell aufzustellen. Mit Thomas Hitzlsperger ist ein von allen Seiten geachteter Sport-Vorstand im Amt, zusammen mit dem neuen Sportdirektor Sven Mislintat bildet er ein Duo, dem für Stuttgarter Verhältnisse bislang viel Vertrauen entgegengebracht wird. Es müsste also sicher gestellt sein, dass Klinsmann auch mit den schon handelnden Personen inhaltlich und atmosphärisch auf einer Wellenlänge liegt – und nicht wie einst beim DFB Tabula rasa macht.

 
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