Kommentar

Traumhafter Übergang

Archivartikel

Rolf Obertreis zu den Strategieplänen von Merck

Es war jahrelang für Merck ein boomendes und fast wie von selbst laufendes Geschäft. Displays ohne Flüssigkristalle des Darmstädter Konzerns waren fast die Ausnahme: Flachbildschirme, Fernseher, Tablets, Smartphones, Navigationsgeräte – ohne den faszinierenden Grundstoff aus Südhessen ging kaum etwas. Aber die Konkurrenz schläft nicht, vor allem in Asien und hier besonders in China. Zudem ist der Markt zwar noch längst nicht gesättigt, aber die Nachfrage zeigt nicht mehr die Dynamik früherer Zeiten.

Merck hat das gemerkt und schon längst seinen Fokus auch auf organische Leuchtdioden (OLED) gerichtet, die immer häufiger die Funktion von Flüssigkristallen übernehmen, biegsame Bildschirme ermöglichen oder für großflächige Beleuchtung unglaubliche Möglichkeiten eröffnen. OLEDs schaffen auch bei Merck einen Ausgleich für das schrumpfende Geschäft mit Flüssigkristallen.

Aber allein darauf verlassen sich die Manager in Darmstadt nicht. Sie schauen verstärkt auch auf die Halbleiter-Industrie. Die Produkte und Lösungen von Merck auch auf diesem Feld können sich sehen lassen und werden immer stärker gefragt. Damit scheint der Konzern den richtigen Weg einzuschlagen, auch wenn 2018 und 2019 Übergangsjahre werden. Aber auch dann erzielt Merck mit seinem Spezialchemiegeschäft immer noch eine Gewinnmarge von mindestens 30 Prozent – davon können andere Unternehmen selbst in guten Zeiten nur träumen. Die Manager in Darmstadt machen offensichtlich vieles richtig.

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