Kommentar

Trauriger deutscher Alltag

Archivartikel

 

Es ist nicht neu und es ist auch keine Mannheimer Besonderheit – es ist leider so etwas wie trauriger deutscher Alltag: dass Familien nach guten und passenden Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder suchen. Längst gibt es Rechtsansprüche auf Kindergarten und Krippenplätze, einer auf Schulkindbetreuung wird wohl folgen. Und dennoch zittern Jahr für Jahr wieder Eltern, weil sie nur einen Halbtagsplatz für den Nachwuchs bekommen, aber selbst ganztags arbeiten. Oder weil es schlicht gar keinen passenden Platz gibt.

Natürlich, in vielen Städten ist die Lage schlimmer als in Mannheim. Und es bemühen sich wirklich viele in der Stadtverwaltung, neue Plätze zu schaffen – die Politik stellt eine Menge Geld dafür zur Verfügung. Das hat an vielen Stellen durchaus schon zu Verbesserungen geführt – tatsächlich fehlten in Mannheim vor Jahren ja schon einmal hunderte Hortplätze. Und dennoch reicht das Bemühen nicht.

Nicht nur die Stadtverwaltung ist im Fokus, auch freie Träger, besonders die Kirchen, sind gefragt. Und das Beispiel Glück-steinquartier am Rande des Lindenhofs, wo bis heute kein Kindergarten eingeplant ist, zeigt, dass die Kinderbetreuung noch immer nicht den Stellenwert hat, den sie haben sollte.

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