Kommentar

Um Standort kämpfen

Peter W. Ragge zur Zukunft des Museumsschiffs

Gerade diese und nächste Woche feiern wir mit viel Brimborium das Jubiläum „150 Jahre Mannheimer Akte“, denn die Freiheit der Schifffahrt auf dem Rhein ist untrennbar mit unserer Stadt verbunden. Flüsse und der Hafen, der immer noch über 13 000 Arbeitsplätze bietet, tragen seit Jahrzehnten entscheidend zu unserem Wohlstand bei.

Doch schon 2004 mussten das historische Frachtschiff „Willi“ und der alte Schlepper „Hans-Peter“, die am Museumsschiff fest vertäut waren, aus Kostengründen abgestoßen werden – weil das Technoseum vom Land unter einen enormen Spardruck gesetzt wird. Das ist auch der Hintergrund der jetzigen Diskussion um das Museumsschiff selbst. In Stuttgart drängt man das Technoseum, kräftig den Rotstift anzusetzen – weil es in den Ministerien wenig Fans für den „alten Kahn“ gibt. Auch im Museum selbst hat das größte Exponat des Hauses leider nicht nur Freunde.

Dabei handelt es sich um einen Ort, der immerhin 9000 Besucher jährlich anzieht. Wenn die Stadt den Uferbereich attraktiver gestalten und öfter reinigen würde, wären es sicher noch mehr. Aber bei der Kurpfalzbrücke, nah am Zentrum der Stadt, bei den beiden historischen Kränen und nicht irgendwo abgelegen im Hafen, ist der richtige Standort. Darum sollte die Stadt gegenüber dem Land mit Nachdruck kämpfen. Das ist sie schon den ganzen Spendern und Ehrenamtlichen schuldig, die das Schiff 1986 restaurierten und seit vielen Jahren mit viel Liebe pflegen.

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