Kommentar

Unangenehme Fragen

Stefan Skolik zum Einbruch des Ferrari-Teams

Erfahrungsgemäß sind die Formel-1-Teams in dieser Saisonphase schon längst damit beschäftigt, wichtige Entwicklungsschritte für das Auto des kommenden WM-Jahrs zu erarbeiten. Bei der Scuderia Ferrari haben die Ingenieure im heimischen Maranello gerade einen besonders schwierigen Job – denn sie müssen eine Antwort auf die unangenehme Frage finden, warum man seit sechs Rennen dem Mercedes-Team so gnadenlos hinterherfährt. Dabei schien Ferrari den Silberpfeilen seit langem wieder ebenbürtig.

Doch inzwischen ist es kein Rennen auf Augenhöhe mehr, Lewis Hamilton und sein Team fahren den Roten davon. Macht Mercedes jetzt ernst, nachdem man zu Saisonbeginn ein wenig verhalten gefahren war, um die WM spannend zu gestalten? Oder hat das Team einfach eine weitere Entwicklungsstufe des Wagens auf die Strecke gebracht, mit der Mercedes mal eben so zusätzliche 50 bis 70 PS „gefunden“ hat?

Beides wird wohl richtig sein. Denn wie hochfokussiert die Silberpfeile an den WM-Gewinn herangehen, zeigt die jüngste Stallorder in Sotschi – nicht die allerkleinste Chance wird ausgelassen, um Hamiltons Erfolgschancen im WM-Nervenkitzel zu verbessern.