Kommentar

Unbegründete Sorgen

Archivartikel

Das Filmen rund um die Uhr gefällt nicht jedem. Schon vor mehr als zehn Jahren wurde in der Stadt darüber diskutiert. Viele fragten und fragen sich zu Recht: Wie lange werden die Aufnahmen gespeichert? Was wird da aufgezeichnet? Die Videoüberwachung ist für Mannheimer nicht neu – und hat schon zwischen 2001 und 2007 für sinkende Kriminalitätszahlen gesorgt. Damit galt die Innenstadt nicht mehr als Kriminalitäts-Brennpunkt – die Kameras mussten dennoch abgeschaltet werden.

Dass die Angst, ständig beobachtet zu werden, tatsächlich unbegründet ist, zeigt die Gegenwart: Seit die Kameras seit November 2018 wieder filmen, nutzen die Beamten modernste Technik und die Hilfe von künstlicher Intelligenz. Schon der Blick auf die Arbeit hinter dem Bildschirm zeigt: Die Masse an Filmmaterial, das in Echtzeit über die Monitore flimmert, ist kaum zu überblicken, von der Überwachung eines Einzelnen ganz abgesehen. Private Bereiche wie Fenster oder Eingänge werden vom System automatisch gepixelt – und beschränken die Sicht. Eine Überwachung mit Scheuklappen sozusagen, die ohne Gesichtserkennung nicht in der Lage ist, gezielt nach Personen zu suchen. Möglich ist das zumindest in Deutschland zurzeit nur am Berliner Hauptbahnhof, wo das Pilotprojekt zur Terrorabwehr gerade getestet wird. In Mannheim ist man davon aber weit entfernt und will es auch bleiben. Hier sind die Kameras trotzdem ein wichtiges Werkzeug, um in Echtzeit Straftaten zu erkennen.

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