Kommentar

Unbequeme Entscheidungen

Archivartikel

Frank Schumann zu den Ernteaussichten der Landwirte

Klimaforscher sind sich weitgehend einig – was heute der Extremfall ist, dürfte womöglich schon innerhalb von zwei Jahrzehnten die Normalität sein. Das gilt auch für anhaltende Trockenphasen in Deutschland und damit immer schlechteren Ernteaussichten für die Landwirte. Es sieht danach aus, als ob der Klimawandel den Erzeugern einige unbequeme Entscheidungen aufzwingt – und damit auch der Gesellschaft.

Spontan könnten die Landwirte dem Impuls nachgeben, ihre Felder einfach intensiver zu bewässern. Dabei stellt sich jedoch die Frage nach der Herkunft des benötigten Wassers – und ob bei Trockenheit überhaupt genügend Nass für Menschen und Pflanzen vorhanden ist. Und auch die Forderung der Agrarwirtschaft nach besseren Ernteausfallversicherungen – gerne auch staatlich bezuschusst – berührt alle Verbraucher. Denn jede Versicherung funktioniert als Solidargemeinschaft. Sprich: Für den Schaden eines Einzelnen kommen alle anderen Beitragszahler auf. Und schließlich hat Bauernpräsident Joachim Rukwied die Forderung erhoben, die europäischen Bestimmungen zur Gentechnik zu lockern, um der Trockenheit künftig mit robusteren Pflanzensorten zu trotzen. Das mag aus Sicht der Erzeuger nachvollziehbar sein, aber sind auch die Konsumenten damit einverstanden? Eines ist jedenfalls sicher: Der Klimawandel wird Menschen zwingen, ihr Verhalten zu ändern – Landwirte ebenso wie Verbraucher.

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