Kommentar

Ungeschicktes Machtspiel

Jürgen Berger zur Situation von Fortuna Düsseldorf

Fortuna Düsseldorf hat in der Bundesliga-Hinrunde die Erwartungen übertroffen. Der Aufsteiger trotzte dem FC Bayern ein denkwürdiges Remis ab, fügte Klassenprimus Borussia Dortmund die einzige Niederlage zu und schaffte es, als Tabellen-14. auf einem Nichtabstiegsplatz zu überwintern – mit vier Punkten Vorsprung auf die Gefahrenzone. Für diesen Husarenritt mit einer fußballerisch stark limitierten Mannschaft verdient Friedhelm Funkel schon jetzt einen Trainerpreis.

Dass sich die Fortuna angesichts dieser Ausgangslage nun eine unwürdige Posse um die Vertragsverlängerung Funkels leistet, ist weit mehr als ein Kommunikationsdesaster. Dieses Beben erschüttert den ganzen Verein in seinen Grundfesten – und bringt viel Unruhe in den anstehenden Abstiegskampf.

Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer steht in diesem Machtkampf als großer Verlierer da. Der kühle Modernisierer, in dessen Zukunftsplan für die Fortuna ein kantiger Trainer-Oldie nicht passt, hat sich durch sein ungeschicktes Taktieren selbst ins Abseits gestellt.

Es ist kaum vorstellbar, dass das Zusammenspiel mit dem gestärkten Trainer und der Mannschaft, die sich klar zu Funkel bekennt, nach diesem Vertrauensverlust weiter funktionieren kann.