Kommentar

Unnötige Ausgabe

Christian Schall über die Plakatkampagne der Abfallwirtschaft

Jetzt soll es wieder eine Plakatkampagne richten. Doch so wie die Aktion angelegt ist, könnte die Stadt sich die Ausgaben dafür sparen. Schon die erste Aktion im April hat die Sauberkeit in Mannheim nicht sichtbar verbessert. Das Geld wäre sinnvoller in ein optimiertes Reinigungsverfahren investiert oder, noch besser, in zusätzliches Personal, das diejenigen zur Rechenschaft zieht, die diese Schweinereien verursachen.

Es ist doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit, Abfälle nicht wahllos auf den Boden zu werfen. Auch noch so viele Plakat- und Anzeigenkampagnen werden nicht helfen, eine schlechte Kinderstube aus den Köpfen mancher Menschen zu bekommen. Einige Mitbürger aus anderen Kulturkreisen können mit der Kampagne ohnehin nichts anfangen, weil sie allenfalls das Bild, aber nicht das Wort „Sauber“ verstehen. Sie müsste man gezielter ansprechen.

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der Schnurzegal-Haltung gegenüber öffentlichem Eigentum nur mit harten Sanktionen beizukommen ist – wenn man die Sünder tatsächlich auch erwischt. Die Stadt steckt mit ihrer Taktik in einer Zwickmühle: Um den Bürgern ein Sicherheitsgefühl zu geben, setzt sie auf uniformierte Ordnungshüter. Die schrecken zwar einerseits potenzielle Täter ab, Sünder erwischen aber mutmaßlich eher die Zivilstreifen. Werden sie verstärkt eingesetzt, leidet darunter wiederum das Sicherheitsempfinden.

 
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