Kommentar

Unnötige Panikmache

Alexander Müller zur EM-Auslosung der DFB-Elf

Zuerst war da ein Wow-Moment. Die am Samstag in Bukarest zugelosten Gegner Frankreich und Portugal bringen überraschende Würze in die EM-Vorrunde der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Die DFB-Elf bekommt den ultimativen Härtetest schon zum Turnierstart gegen den Weltmeister aus dem Nachbarland serviert – sofort wird es einen belastbaren Nachweis über das tatsächliche Leistungsvermögen dieses jungen Teams geben.

Aber selbst in dieser schwierigsten aller EM-Gruppen sollte die deutsche Auswahl im Normalfall nicht um das Weiterkommen bangen müssen, wie es manche Experten jetzt herauf beschwören. Das ist unnötige Panikmache. Denn der bei der Ausweitung auf 24 Teilnehmer im Jahr 2016 eingeführte Modus des Kontinentalvergleichs, nach dem sich auch vier der sechs Drittplatzierten für das Achtelfinale qualifizieren, hat den Wettbewerb in der Vorrunde drastisch entschärft.

Selbst wenn Frankreich als klarer Favorit in der Gruppe F an den Start geht, muss das DFB-Team mit dem Heimvorteil München im Rücken gegen die in der Qualifikation wenig überzeugenden Portugiesen und einen dritten Gegner vom Niveau Island oder Ungarn den Sprung in die K.o.-Phase schaffen. Umbruch hin, Umbruch her. Alles andere wäre ein fataler, unentschuldbarer Misserfolg, nach dem Bundestrainer Joachim Löw nicht mehr im Amt zu halten sein würde.

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