Kommentar

Unnötiger Rechtsstreit

Steffen Mack zur Klage gegen die Wahl von Bernd Beetz

Da ist es wieder, das Dilemma des SV Waldhof. Bis auf exotische Ausnahmen sind die Anhänger überaus froh, dass der Verein mit dem Geld von Bernd Beetz auf die bundesweite Bühne zurückgekehrt ist. Andererseits sehen einige den Mäzen auch mit Argwohn. Weil er bisweilen recht hemdsärmelig auftritt, sich ganz auf den Profifußball konzentriert und sonst an den Belangen des stolzen Traditionsvereins nur bedingt interessiert scheint.

Dieser Konflikt wird nun dort ausgetragen, wo er eigentlich nicht hingehört: vor dem Landgericht. Der Kläger beteuert zwar, er habe überhaupt nichts gegen Beetz. Dennoch will er dessen Wahl für ungültig erklären lassen. Die Kritik am chaotischen Verfahren wirkt überzeugend. Aber was wäre die Folge, wenn der Mann Recht bekäme? Die Mitglieder müssten erneut abstimmen – und würden mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder Beetz wählen.

Man sollte dem Mäzen zugutehalten, dass er das freigewordene Präsidentenamt zunächst nicht wollte. Doch er fand keinen ihm genehmen Kandidaten. Nebenbei: Auch kein ihm nicht genehmer traute sich aus der Deckung.

Für die Umstände seiner Wahl kann Beetz wenig, das Chaos hatten in erster Linie die Sitzungsleiter zu verantworten. Dennoch sollte er sich nun bewegen und fortan mehr Rücksicht auf den Verein nehmen. Eine derartige Zusage, verbunden mit Bedauern, könnte der sich abzeichnende Vergleich im Zivilprozess bringen. Absurd, dass man dafür das Landgericht beansprucht.

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