Kommentar

Unsichere Zukunft

Alexander Jungert zur Lage von Volkswagen

Die Gegenwart bei Volkswagen sieht blendend aus. Auf der Jahrespressekonferenz wird der Autohersteller glänzende Zahlen präsentieren – so, als hätte es den Dieselskandal nie gegeben. Was Sorge bereitet, ist die Zukunft.

Aus den USA drohen Strafzölle auf Autos, die Verkaufszahlen in China schwächeln. Gleichzeitig muss sich Volkswagen auf Elektroautos und autonomes Fahren umstellen. Das kostet viel Geld. Konkurrenten, an die vor ein paar Jahren noch keiner gedacht hat, preschen vor – oder haben schon längst überholt. Rasant entwickeln sie neue Technologien und Geschäftsmodelle. Auch Internet-Unternehmen wie Google drängen ins Autogeschäft.

Mit 50 zu 50 hat VW-Vorstandschef Herbert Diess einmal die Chancen beschrieben, dass VW in Zukunft zur Weltspitze gehört. Deswegen erhöht er den Druck und will zusätzlich tausende Arbeitsplätze streichen. Die eingesparten Milliardenbeträge sollen für die Umstellung auf Elektroautos verwendet werden. Damit hat er sich den mächtigen Betriebsratschef Bernd Osterloh endgültig zum Feind gemacht. Diess und Osterloh ziehen zwar beide an einem Strang – jüngst aber immer häufiger in unterschiedliche Richtungen. Dabei muss sich VW dringend verändern, um den Wandel in der Branche zu überstehen. Einen ewigen Konflikt können sich Diess und Osterloh nicht leisten.

 
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