Kommentar

Unsinniger Vorschlag

Archivartikel

Stefan Proetel zum geforderten Kopfhörerverbot

Der Sommer ist da, die große Politik in Berlin macht Pause – und schon kommen sie wieder: Vorschläge aus den hinteren Reihen. Die FDP in Berlin kümmert sich dabei völlig zu Recht um die Sicherheit von Radfahrern. Darüber muss tatsächlich noch intensiver diskutiert werden als bisher. Die Forderung der Liberalen nach einem Kopfhörerverbot für Radler greift dann aber doch zu kurz.

Es stimmt ja: Die Zahl der Radunfälle ist zu hoch. Natürlich spielt eine Rolle, dass erfreulicherweise stetig mehr Menschen das Rad als Alternative zum Auto entdecken. Wenn mehr Menschen radeln, steigt logischerweise die Gefahr, dass auch mehr von ihnen in einen Unfall verwickelt sind. Mannheim setzt mit seinem 21-Punkte-Programm für mehr und sichereren Radverkehr die richtigen Akzente. Noch ist nicht alles gut in der Stadt, aber der Weg stimmt. Und natürlich ist jedes Strategiepapier nur immer so gut wie die Menschen, die es betrifft und die es befolgen sollen. Konkret: Viele Unfälle passieren, weil Verkehrsteilnehmer leichtsinnig, unkonzentriert, überheblich oder einfach nur hirnlos sind. Dennoch wäre ein generelles Kopfhörerverbot für Radler Unsinn. Dann müsste auch die Lautstärke von Musikanlagen in Autos abgeriegelt – und Fußgängern das Nutzen eines Smartphones verboten werden.

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