Kommentar

Unverantwortlich

Katrin Pribyl verurteilt die Kritiker einer Verlängerung der Brexit-Übergangsphase

Während die Verhandlungen über das künftige Verhältnis zwischen Großbritannien und der EU nach der Brexit-Übergangsphase wegen der Coronavirus-Krise erst einmal abgesagt sind, melden sich einige europaskeptische Abgeordnete zu Wort, die auf die Einhaltung der Frist pochen. Sie würden es nicht akzeptieren, wenn Premierminister Boris Johnson in Brüssel um eine Verlängerung bittet.

Dabei wäre alles andere nicht zu verantworten. Wenn nicht in Zeiten einer nationalen Krise ein Kompromiss möglich ist, wann dann? Der EU-Austritt ist offiziell vollzogen, nun geht es um die Beziehungen der Zukunft. Diese zu definieren, während die politische Klasse abgelenkt ist von tausenden Infizierten in überfüllten Krankenhäusern, kann nicht im Interesse des Landes liegen.

Hinzu kommt, dass Großbritannien einen ungeordneten Brexit ohne Freihandelsabkommen kaum verkraften würde. Downing Street sollte deshalb die politischen Spielchen beenden und der Bevölkerung den Ernst der Lage erklären.

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